Allgemeiner Leitfaden - Photovoltaik
1. Funktionsweise der Photovoltaik Anlagen
Bei der Photovoltaik wird Sonnenlicht in Strom umgewandelt und gespeichert. Dafür kommen Solarzellen zum Einsatz. Es entsteht ein Gleichstrom, der gespeichert wird. Zur Nutzung im eigenen Haushalt oder zur Einspeisung in das öffentliche Netz wird Wechselstrom benötigt. Über einen Wechselrichter wird der Gleichstrom in Wechselstrom umgewandelt.
2. Ermittlung des Dach-Flächenbedarfs
Zur Gewinnung von Solarstrom wird eine geeignete Aufstellungsfläche für die Solarmodule (Photovoltaikmodule) benötigt. Um ca. 1 kWp an Leistung zu installieren wird in etwa eine Fläche von 7,5 m² benötigt.
3. Wieviel Strom kann die Solaranlage produzieren?
Bei der Produktion von Solarstrom spielen folgende Faktoren eine Rolle:
- geografische Lage der Solaranlage (entscheidend für die Sonneneinstrahlung)
- der Neigungswinkel und die Ausrichtung (Himmelsrichtung)
- evtl. Verschattungen durch Bäume, nebenstehende Gebäude etc.
4. Vergütung von Solarstrom
Der erzeugte Strom einer Photovoltaikanlage wird üblicherweise in das öffentliche Stromnetz eingespeist und mit gesetzlich festgelegten Sätzen nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) vergütet. Die Vergütungen werden durch den Zeitpunkt der Inbetriebnahme festgelegt und gelten dann für 20 Jahre plus Restmonate des Inbetriebnahmejahres.
Vergütung ab 01. Januar 2011 (bei 13% Degression*)
Vergütung ab 01. Januar 2011 (bei 13% Degression*)
Bei dieser Anlagengröße: | Erhalten Sie diese Vergütung: |
---|---|
Gebäudeanlagen unter 30 kW | 28,74 C/kWh |
Gebäudeanlagen ab 30 kW bis 100 kW | 27,34 C/kWh |
Gebäudeanlagen ab 100 kW bis 1 MW | 25,86 C/kWh |
*Die Degression hängt von der zugebauten Leistung im Jahr 2010 ab und kann zwischen 9 - 13 Prozent liegen.
Eigennutzung des erzeugten Stroms
Zusätzlich ist ein Eigenverbrauch des erzeugten Stroms möglich, so dass die finanziellen Erträge noch höher ausfallen können. Sie erhalten für jede Kilowattstunde Strom Eigenverbrauch eine Vergütung.
Eigennutzung des erzeugten Stroms
Zusätzlich ist ein Eigenverbrauch des erzeugten Stroms möglich, so dass die finanziellen Erträge noch höher ausfallen können. Sie erhalten für jede Kilowattstunde Strom Eigenverbrauch eine Vergütung.
Bei dieser Anlagengröße: | Erhalten Sie bei einem Eigenverbrauch von bis zu 30% diese Vergütung: | Bei einem Eigenverbrauch von mehr als 30% erhalten Sie diese Vergütung: |
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Gebäudeanlagen unter 30 kW | 12,36 C/kWh | 16,74 C/kWh |
Gebäudeanlagen ab 30 kW bis 100 kW | 10,95 C/kWh | 15,33 C/kWh |
Gebäudeanlagen ab 100 kW bis 1 MW | 9,48 C/kWh | 13,86 C/kWh |
Diese Regelung gilt nur für Anlagen, die bis zum 31.12.2011 in Betrieb genommen werden. Ihr individueller Vorteil hängt vom tatsächlichen Strompreis ab.
5. Was kostet eine Photovoltaikanlage?
Durchschnittlich kostet eine PV-Anlage inklusive Installation zwischen 2.500 und 2.900 Euro pro kWp je nach Anlagengröße (Stand 11/2010). Weitere Kosten wie beispielsweise Wartung der Anlage oder Versicherung können in etwa mit 1-2 Prozent der Investitionskosten angesetzt werden.
6. Der Netzanschluss
Um den erzeugten Solarstrom in das Stromnetz einspeisen zu können, wird ein Netzanschluss benötigt. Den Netzanschluss erhält man in der Regel bei dem zuständigen Stromnetzbetreiber. Der Netzbetreiber ist gesetzlich verpflichtet den Strom von Anlagen mit einer Große bis zu 30 kWp abzunehmen.Die Solaranbieter gewähren in der Regel eine Solarzellen-Garantie über den Zeitraum der Investition. (20 Jahre)
7. Finanzierung und Förderung der Solaranlage
Die Stromnetzbetreiber sind gesetzlich verpflichtet, die Solarstromvergütung zu bezahlen. Staatliche Zuschüsse zum Kauf einer Solaranlage werden darüber hinaus teilweise von einigen Bundesländern und Kommunen gewährt. Zinsgünstige Kredite werden z.B. von der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW vergeben.
8. Wie wirtschaftlich ist eine Photovoltaikanlage?
Bei der Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Solaranlage sind zahlreichen Faktoren wie z.B. Höhe der Gesamtinvestitionskosten, Höhe der Erlöse, Zinssatz, der persönliche Steuersatz, die Höhe des Eigenkapital- bzw. Fremdkapitalanteils, die jährliche Betriebskosten, etc.) zu berücksichtigen.
Das folgende Beispiel wurde unter der folgenden Annahmen gerechnet:
Das folgende Beispiel wurde unter der folgenden Annahmen gerechnet:
Faktoren zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage: | Beispielhafte Werte zu den genannten Faktoren: |
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Dachfläche: | 60 m² |
Dachausrichtung: | Süd |
Dachneigung: | 30° |
Anlagengröße: | 8 kWp |
Stromertrag pro Jahr: | 7.600 kWh |
Fremdkapital: | 75% |
Darlehenszins: | 5% p.a |
Laufzeit des Darlehens: | 10 Jahre |
Beispielrechnung
Faktoren zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaikanlage: | Beispielhafte Werte zu den genannten Faktoren: |
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eingespeister Strom pro Jahr | 7.600 kWh |
Vergütung für die Einspeisung pro kWh | 28,74 Cent |
Vergütung pro Jahr | 2.184,24 Euro |
Vergütung nach 20 Jahren | 43.684,80 Euro |
Investitionskosten der Anlage | 23.200,00 Euro |
Wartung der Anlage, Versicherung etc. | 500,00 Euro |
Zinsaufwand (4% p.a.) | 5.050,00 Euro |
Gewinn nach 20 Jahren | 14.934,80 Euro |